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Addis Abeba

Im Black Lion Hospital

Arbeitsaufenthalt im Histologie-Labor des Black Lion Hospital in Addis Abeba, Aethiopien
(24. März bis 07. April 2001)

Durch Prof. Bernhard Stamm (Pathologisches Institut Kantonsspital Aarau) erfuhr ich, dass Prof. Jakob Schneider Laborfachpersonal Richtung Histologie mit Englisch-Kenntnissen suchte, welches Interesse an einem Arbeitsaufenthalt in Aethiopien hätte. Ich fühlte mich sofort angesprochen und meldete dies Prof. Stamm. Dank der Einwilligung von Prof. Stamm bot sich mir die Gelegenheit, für zwei Wochen im Black Lion Hospital in Addis Abeba zu arbeiten.

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Nun mussten wir (begleitet wurde ich von meiner Kollegin Jennifer Füchslin, Kantonsspital Luzern) ein Visum beantragen und uns obligatorisch gegen Gelbfieber, sowie prophylaktisch gegen Hapatitis A und Meningokokken impfen lassen. Danach konnten wir den Flug nach Addis Abeba buchen. Um die Unterkunft mussten wir nicht besorgt sein, da wir direkt bei Prof. Schneider logierten. Bei ihm hatten wir es sehr gut und erfuhren viel über Land und Leute, denn Prof. Schneider wohnt und arbeitet schon seit 4 Jahren in Aethiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Addis Abeba ist eine Stadt mit 3-4 Millionen Einwohnern, welche gut 2200 Meter ü.M. liegt. Viele Leute leben in Armut, der Besitz eines Autos ist die Ausnahme und absoluter Luxus. Man trifft sehr viele Bettler und infolge Bürgerkrieg verstümmelte Menschen an, Kranke können es sich oft nicht leisten einen Arzt aufzusuchen. Und dennoch ist es eine faszinierende Stadt.

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Das mitten in der Stadt gelegene staatliche Black Lion Hospital ist relativ gross (ca. 800 Betten). Das Labor ist mit allem zum Arbeiten benötigtem ausgestattet, wenn auch nicht immer in der modernsten Ausführung. Die etwas älteren Mikrotome sind ausschliesslich Rotationsmikrotome, zwar ist auch ein vollautomatisches Mikrotom vorhanden, da aber die zum Einspannen benötigten Kapseln sowie Gussformen fehlen, kann dieses nicht benutzt werden. Das Giessen der Blöcke ist sehr zeitaufwendig, da infolge fehlender Einbettstation Paraffinklötze gegossen werden. Die Klötze werden zum Aushärten in kaltes Wasser gelegt, danach wird die Patientennummer direkt in den Klotz geritzt. Die Klötze werden zum Schneiden (Keilmesser statt Klingen) in das Mikrotom eingespannt und von zwei Laboranten geschnitten. Die Keilmesser werden nach Gebrauch maschinell geschliffen. Die Kapazität des Labors erlaubt theoretisch 50 Klötze pro Tag, während unseres Aufenthaltes wurden jedoch lediglich 30-45 Klötze pro Tag verarbeitet (Kantonsspital Aarau ca. 300 Blöcke pro Tag!!!).

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Da keine Mattschildobjektträger zur Verfügung stehen, muss die Patientennummer mühsam mit Diamantstift auf die Objektträger geritzt werden. Anschliessend werden die Schnitte geschmolzen und Hämalaun-Eosin gefärbt.

Während zwei Wochen haben wir bei der täglichen Laborarbeit mitgeholfen und dem Laborteam Spezialfärbungen wie Elastin-Van-Gieson, Alcianblau-Pas, Pas, Gram und Ziel-Neelson weitervermittelt. Auch das Anrühren von Lösungen haben wir gezeigt, denn nicht alle vom Laborpersonal waren mit dieser Arbeit vertraut. Die zu untersuchenden Gewebeproben werden jeweils von den Patienten persönlich oder ihren Angehörigen ins Labor gebracht. Vielfach war das Gewebe schlecht fixiert. Im Labor wurde es dann von einem Pathologen zugeschnitten, damit man es weiterverarbeiten konnte. Als Entwässerungsapparat dient noch die Histokinette. Wir hatten zum Teil Probleme mit dem Alkohol, welcher wie ausflockte. Mit Alkohol und anderen Lösungsmitteln muss sehr sparsam umgegangen werden, denn das Liefern der benötigten Ware kann sehr lange dauern. Auch Chemikalien für die Färbungen sind schwierig zu erhalten!

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Die 7-köpfige Laborteam war sehr nett, einige von ihnen sprachen Englisch. Jedoch sprach der grössere Teil nur die Landessprache Amharisch. Die Leute sind lernbereit, doch von unserer Seite her brauchte es Geduld um ihnen alles zu erklären und zu kontrollieren, dass die gezeigten Vorgänge korrekt notiert wurden. Die Verständigung und das Arbeitsklima waren gut und wir hatten dementsprechend eine gute Zeit im Labor.

Sicher würde sich Professor Schneider sowie das Laborteam freuen, wieder einmal jemanden aus der Schweiz begrüssen zu dürfen.Bedanken möchte ich mich bei Professor Stamm, welcher mir erlaubte, für zwei Wochen nach Addis Abeba zu reisen und bei den diversen Personen, welche die Reise finanziert und ermöglicht haben. Ebenso möchte ich mich herzlichst bei Prof. Schneider für seine Gastfreundschaft und bei meiner Kollegin Jennifer Füchslin für den zweiwöchigen Einsatz im Black Lion Hospital in Addis Abeba, Aethiopien bedanken.



Für weitere Auskünfte oder Fragen können Sie wie folgt mit mir Kontakt aufnehmen:

Ivana Rubino
Kantonsspital Aarau
Haus 19
5000 Aarau
062 / 838 52 75

 

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